Kurz notierrt

Beiträge, die für mein eigentliches Blog zu klein oder zu privat sind.

Webwochenende vom 22. bis 24. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 9:22 am on Montag, Januar 25, 2010

Schade, das Wochenende ist vorbei, und ich bin noch so müde, weil es spät geworden ist letzte Nacht. Aber frisch ans Werk sagt der konsequente Mensch. Heute morgen ist es ein Vorteil, dass ich zuhause arbeite, es liegt wieder Schnee hier.

Aber erst mal wollen wir die letzten drei Tage nachtragen.

Am Freitag begann alles erst einmal mit der üblichen Arbeit, die ich mit der üblichen Arbeitsmappe hier dokumentiere:

22.01.

08:04 Uhr: Arbeitsbeginn.

08:33 Uhr.
Tweets und Mails erstmals gemacht.

08:36 Uhr.
Einstellungen an den Ohrfunkmailinglisten vorgenommen. Ich verwalte unsere internen Mailinglisten, und es ging um so Sachen wie: Soll der Name der Liste im Betreff erscheinen usw.

09:36 Uhr.
Nach genau einer Stunde mit Auflesen und Schneiden von 2 historischen Personen fertig. Es handelte sich um Johann August Strindberg für denselben Tag, und Gertrude Stein für den 3. Februar.

09:48 Uhr.
Noch mal Mails und Tweets.

10:16 Uhr.
Recherche bei Kobinet und Artikeln durchgeführt, die getwittert wurden. Erfolglos, auf glühenden Kohlen sitzend. Ich wartete immer noch auf die Bestätigung eines Interviews mit Adolf Bauer vom Sozialverband Deutschland.

10:24 Uhr.
Mit SoVD telefoniert. Endlich Bestätigung erhalten, etwa ab halb 12.

10:33 Uhr.
Frühstück gemacht.

11:08 Uhr.
Gefrühstückt.

11:23 Uhr.
Tweets nachgeholt, mehr geworden wegen neuer Leute, denen ich folge.

12:20 Uhr.
Häufige Versuche, das Interview mit Adolf Bauer zu realisierren, immer wieder um einige Minuten vertröstet. In der Zeit kann ich nichts anderes machen, habe nur ein wenig zu Attac recherchiert, die 10 Jahre alt werden.

12:45 Uhr.
Interview mit Adolf Bauer vom SoVD geführt.

13:20 Uhr.
Interview geschnitten.

13:23 Uhr.
Erfolglos versucht, mit Attac Deutschland aus Anlass ihres 10jährigen Bestehens Kontakt aufzunehmen.

13:36 Uhr.
Ohrfunkmails gelesen und beantwortet.

13:41 Uhr.
Anmoderation für das Interview mit Herrn Bauer geschrieben und Hochladen begonnen.

13:46 Uhr.
Erstes Interviewanbahnungsgespräch mit Attac geführt.

13:53 Uhr.
Für meine Liebste mit nach einem Hörbuch gesucht.

14:00 Uhr.
Historische Ereignisse der letzten Tage hochgeladen.

14:05 Uhr.
Mit Eberhard Dietrich wegen eines Beitrages telefoniert. Ich bat ihn darum, dass er einen zweiten für heute lieferte.

14:40 Uhr.
mit historischen Ereignissen vom 15.02. begonnen.

15:04 Uhr.
Getwittert und gemailt, Vorstandsmailingliste bearbeittet.

15:52 Uhr.
Recherche zu und erstellung der historischen Ereignisse vom 15.02. endgültig abgeschlossen.

16:00 Uhr.
Noch mal Mails und Tweets gelesen.

Damit fing für uns das Wochenende an, obwohl das nicht hieß, dass wir wochenends nicht arbeiteten, aber das war wirklich easy. Wir hörten ausgiebig Musik an diesem Nachmittag, aßengemütlich und waren recht früh im Bett, weil meine Liebste Samstags nach Siegen fahren wollte, um mit dem Kollegen Markus Bruch die Party bei ohrfunk.de zu machen.

Deshalb fing auch der Samstag gemütlich an. Es geht nichts über ein schönes Frühstück und viel Zeit, wenn eine Reise bevorsteht. Finde zumindest ich, weil mich Reisen immer etwas nervös machen. Ich selbst blieb ja diesmal zuhause, aber trotzdem war das wichtig.

Als meine Liebste weg war, so gegen Mittag oder frühen Nachmittag, habe ich mich eine Weile mal einem Audiogame gewidmet, einem neuen Monopoly, das man übers Internet mit anderen spielen kann. Ich habs einfach mal ausprobiert. Eigentlich musste ich mich ums Infocafé für Sonntag kümmern, aber das tat ich erst am frühen Abend. Das Problem mit den Infocafés ist, ich habe weit mehr als 60 davon, aber leider sind die Meisten nciht wiederholbar. Das liegt daran, dass sie einen bestimmten Anlass hatten und zu dem Zeitpunkt aktuell waren. Jetzt sind in Marburg nicht alle 2 Wochen Veranstaltungen, die man dokumentieren kann, aber das Infocafé hat einen z-Wochen-Rhythmus. Ich habe schon einiges im letzten Jahr wiederholt und fand nichts, was mir geeignet erschien. Also bat ich den Kollegen Metin Gemril um Hilfe. Der konnte aus zwei Sendungen eine einzige machen und so einige Einzelbeiträge wiederholen und versprach mir, das zu tun. Deshalb konnte ich mich dann abends gemütlich zurücklehnen und die schöne Radioparty mit meiner Liebsten und Markus Bruch genießen.

Dabei twitterte ich so vor mich hin und erfuhr, dass die Internetdomain eines antifaschistischen Bündnisses in Dresden vom Landeskriminalamt gesperrt werden sollte. Die Betreiber kamen dem zuvor und werden jetzt im Ausland unter www.dresden-nazifrei.com gehostet. Wie kann eine deutsche Behörde einen Naziaufmarsch in Dresden am 13. Februar zulassen und gleichzeitig die Domain eines gegen diese Naziaufmärsche gerichteten Bündnisses sperren? Es ist ein komplexes Thema und ich habe lange recherchiert. Sonntagmorgen habe ich dazu in meinem Hauptblog einen Kommentar verfasst, der endlich mal wieder nicht primär für Ohrfunk.de geschrieben wurde. Ich finde es ein starkes Stück, aber man muss schon die unterschiedlichen Rechte gegeneinander abwägen. Es gibt Linke, die sind da genauso radikal wie die Rechten.

Das war und blieb auch ein Thema meines Sonntagmorgens, als ich mir 6 Stunden Schlaf gegönnt hatte. Dann suchte ich für Abends für die Sendung Candlelight Musik zusammen, was gar nicht so einfach war, denn ich suchte einen siebziger-Jahre-Mix, der in meinem Gefühl passen musste. Ein Hörer hat abends gesagt “soft und schnulzig” und hat abgeschaltet. Ja, ich glaube, er hatte recht, aber ich hätte deswegen nicht abgeschaltet.

Es gibt eine Internetseite in den USA, da kann man sich unter anderem englische Hörfilme als mp3-Dateien herunterladen. Ich hatte das vor einer Weile mit meinem Lieblingswestern “El Dorado” gemacht, und Sonntagnachmittag kam ich endlich mal dazu, ihn zu hören. Großartig, endlich die kleinen Dinge zu verstehen, die man in der deutschen Version nicht versteht ohne Bildbeschreibung.

Ich bin dann vor Candlelight noch zu einer guten Freundin gegessen, habe mit ihr und einem weiteren unserer Freunde, Andi aus Bielefeld, der Stadt, die es nicht gibt, übe die Vor- und Nachteile der Kommunikation mit neuen Medien wie Twitter diskutiert. Die Beiden sind eher dagegen, es wäre zu oberflächlich. Ich kann dem ja durchaus was abgewinnen, man muss sich nur abgrenzen und selektieren können. Dann gaben sie mir noch einen Teller Gemüsesuppe, und so gestärkt habe ich dann Candlelight gemacht, während es hier ieder zu schneien angefangen hat. Ich werde wohl gleich mal hinausgucken, wie stark es geschneit hat.

Jetzt aber an die Arbeit, meine Liebste kommt bald und will ihre heutige Literaturecke auflesen, hoffentlich fahren Züge on Siegen nach Marburg, aber so schlimm wird es nicht sein.

Webtagebuch vom 21. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 8:33 am on Freitag, Januar 22, 2010

Mir fällt auf, dass man meine Woche ja in verschiedene Arten von Tagen einteilen kann. Montag und Freitag sind die normalen Arbeitstage, wobei Montag zusätzlich der Tag der Literaturecke ist, die meine Liebste für den Ohrfunk macht. Dienstag ist der Tag der Neues-Sendung, die, was für ein interessanter Zufall, ebenfalls meine Liebste macht. Mittwochs ist der Tag, bei dem unsere Arbeit durch ein langes Frühstück mit unserem Freund geteilt wird, und auch durch notwendige Behördengänge und ähnliches, wenn es sein muss, Samstag und Sonntag sind die freien Tage, wobei das auf Sonntag nur teilweise zutrifft, weil da ja Candlelight und das Infocafé stattfindet, und diese Sendungen müssen ja auch gefahren bzw. vorbereitet werden, und hin und wieder fällt ja auch Samstags das Audiogramm in meinen Zuständigkeitsbereich. Donnerstag ist jedenfalls der Tag der Brasilienkolumne. Der Tag also, an dem ich mich mit meiner Freundin Mirien Carvalho Rodrigues treffe, damit sie die Kolumne über Brasilien aufliest. Gott sei dank kann man dann immer noch ein wenig plauschen und sich auch über den Inhalt der Kolumne unterhalten, und hin und wieder kommt man dann auch auf ganz andere Themen.

Gestern war wieder ein solcher Donnerstag. Bloß findet das Treffen mit Mirien sozusagen am Ende des Arbeitstages statt, und nicht am Anfang, wo meine Konzentration gestern noch besser gewesen wäre.

Ich setz mal wieder meine Arbeitsmappe hier rein und kommentiere sie, aber danach schreibe ich noch ein paar Kleinigkeiten.

21.01.

08:04 Uhr: Arbeitsbeginn.

08:09 Uhr.
Mails und Tweets gelesen, war nicht viel heute morgen und einiges hatte ich schon privat gelesen. Das ist irgendwie inzwischen allmorgentliche Routine geworden. So hat der Tag struktur. Oh ich merke schon, dass ich heute morgen im Gegensatz zu manch einem Tag der letzten Wochen sehr wach bin.

08:43 Uhr.
Recherche zum neuen hamburger Schulgesetz, das die Inklusion fördern soll, zum Sozialverband Deutschland und zum europäischen Jahr zur Bekämpfung der Armut und sozialen Ausgrenzung durchgeführt. Zu diesem Jahr, von dem ich zufällig erfahren habe, habe ich nur ein oder zwei Ergebnisse bei Google gefunden. Schwach. Da sieht man, wie wichtig das ist.

10:15 Uhr.
historische Ereignisse vom 12.02. abgeschlossen. Zufällig mein Geburtstag übrigens.

10:39 Uhr.
Tweets gelesen.

11:00 Uhr.
Anmoderationen geschrieben und hochgeladen. Und zwar für die Kolumne und für den Obama-Kommentar. Oh, den sollte ich gleich mal in meinem Hauptblog veröffentlichen.

11:15 Uhr.
Kurze Pause gemacht.

11:35 Uhr.
Frühstück vorbereitet.

12:35 Uhr.
gefrühstückt.

12:48 Uhr.
Interviewanbahnungsgespräch mit dem SoVD geführt. Ich werde ein Interview mit dem Präsidenten Adolf Bauer zu diesem europäischen Jahr zur Bekämpfung der Armut und sozialen Ausgrenzung führen.

13:30 Uhr.
Tweets nachgeholt.

13:44 Uhr.
Mit Mirien wegen Kolumnen geredet. Sie rief mich wegen des Termins an.

13:51 Uhr.
Ohrfunkinterne Mails gemacht. Einmal am Tag muss das auch sein, mindestens.

14:26 Uhr.
Dropbox installiert. Könnte für die Infoleute von Ohrfunk interessant sein. Auf jeden Fall für aktuellen Dateienaustausch. Kann ich aber durchaus auch privat was mit anfangen.

15:00 Uhr.
Recherche für die historischen Ereignisse vom 15.02. begonnen.

17:12 Uhr.
Mit Mirien zuerst die Kolumnen aufgelesen, dann geschnitten. Jetzt fertig. Es waren ausnahmsweise 2, die für nächste, und die für übernächste Woche. Das nennt man Vorlauf.

Tja, und danach? Danach war ich so richtig kaputt. Mich ärgert das immer, weil ich mit dem Nachmittag nach der Arbeit ja noch was anfangen will. aber gestern ging da praktisch gar nichts mehr. Ich habe mich nur noch in die Badewanne gesetzt, noch gemütlich mit meiner Liebsten was gegessen, und so gegen halb neun, das darf man niemandem erzählen, war ich im Bett.

Wenn ich nicht wach bin, oder wenn ich nicht richtig konzentriert bin, dann mache ich Fehler, die ich eigentlich nicht machen will. Normalerweise kündige ich ja die Infobeiträge für 17-20 via Twitter an. Aber in den letzten Tagen habe ich das sträflich vernachlässigt. Gut, es hat auch keiner danach gefragt, was mir auch wieder zu Denken gibt, aber ich wollte es eigentlich nicht vergessen. Ich werde mir mal einen Knoten ins Ohr machen für heute und die Zukunft.

Also dann: Frisch in den Tag!

Webtagebuch vom 20. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 7:49 am on Donnerstag, Januar 21, 2010

Ein Jahr war Barack Obama im Amt an diesem 20. Januar. Das ging mir als erstes so durch den Kopf, weil ich mich noch gut erinnern kann, wie sehr wir alle ihn hoch gelobt haben, wir sehr wir hofften, er würde sich gegen die Konservativen durchsetzen können und ein neues Weltklima schaffen. Von Manchen wurde er als Heilsbringer gesehen, ich hatte von Anfang an meine Zweifel. Ich hoffte zwar auch, es käme zu einem neuen Selbstverständnis der USA, aber ich fürchtete auch, dass sich Obama, selbst wenn er es wolltte, gegen die Beharrungskräfte in der Politik der USA nicht behaupten konnte. Es ist das Los so manches demokratischen Präsidenten wie Jimmy Carter z. B., aber auch Bill Clinton, dass die Hoffnungen schnell enttäuscht werden. Aber ich finde, dass es bei Obama am gravierendsten ist, vielleicht weil die Hoffnungen viel höher gespannt waren als gewöhnlich.

Der Mittwoch ist ja traditionell bei mir und meiner Liebsten der Tag mit wenig Arbeit. Wir halten ihn uns gern frei, um Behördengänge durchzuführen und ähnliche Dinge, und unser traditionelles Frühstück. Deshalb ist meine Arbeitsmappe dreigeteilt und recht kurz.

20.01.

08:04 Uhr: Arbeitsbeginn.

09:12 Uhr.
Historische Ereignisse für den 10.02. fertiggestellt.

09:17 Uhr.
Mails gelesen. Praktisch nichts los.

09:38 Uhr.
Pause für Haarewaschen und ähnliche Tätigkeiten gemacht. Muss auch mal sein, wenn man sich beim Aufstehen gleich in die Arbeit stürzt. Naja, zuerst ins private Internetvergnügen und dann in die Arbeit.

10:01 Uhr.
Zu den historischen Ereignissen vom 12.02. recherchiert.

Danach sind wir dann mit unserem guten Freund zum Frühstücken zusammengetroffen. Eigentlich eine sehr entspannte Zeit, die wir uns bei unserer Arbeit auch verdient haben, aber oft müssen wir auch in dieser Runde kleine und große Probleme wälzen. Aber wozu sind schließlich Freunde da?

Nach dem Frühstück kamen wir endlich mal wieder dazu, in unserem Perry-Rhodan-Buch zu lesen. Wir sind im letzten Band des sechsbändigen Taschenbuchzyklus Lemuria, und während meine Liebste den glaube ich eher unterdurchschnittlich findet, bin ich ziemlich begeistert, wenn es auch ein paar Hängepartien gibt.

13:40 Uhr.
Lange Mittwochsfrühstückspause beendet.

14:18 Uhr.
Kommentar zu einem Jahr Obama geschrieben.

15:05 Uhr.
Kommentar geschnitten und Hochladen begonnen.

16:00 Uhr.
Historische Ereignisse für den 12.02. begonnen.

Danach ging meine Liebste schwimmen, und ich las ein wenig meine Tweets. Dabei bin ich auf Zeitungsartikel gestoßen, und auch auf weiterführende Artikel zu einem Thema, die zum Teil schon über 2 Jahre alt sind. Ich gebe euch einfach mal hier die Links zu den von mir wirklich sehr interessant gefundenen ARtikeln weiter, ihr werdet merken, dass sich einige mit dem Islam und derr westlichen Gesellschaft befassen. Ich habe immer so ein bisschen geschwankt, wie ich dazu stehen soll, fand aber diese ARtikel sehr aufschlussreich.

Hier die Links:

SPD sucht neuen Kurs
Koch legt in der Debatte um Hartz IV nach
Gegenpolemik: Ein Maulkorb für Islamkritiker
Necla Kelek: Die Freiheit, die ich meine
Necla Kelek: Das Minarett ist ein Herrschaftssymbol
Necla Kelek: Bist du nicht von uns, dann bist du des Teufels

21:00 Uhr.
Pause beendet sozusagen.

22:30 Uhr.
Konferenz zu Anmods in Infobeiträgen mitgemacht. Es ging darum, wie man den Moderatoren unserer Nachmittagssendung die von uns geschriebenen Anmoderationen präsentieren sollte, damit sie sie gut lesen können. Sozusagen einfach ein kleines technisches Pläuschchen.

Um 11 war dann bei uns Zapfenstreich.

Webtagebuch vom 18. und 19. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 9:03 am on Mittwoch, Januar 20, 2010

Es ist Mittwochmorgen, die ersten beiden Tage der dritten Woche 2010 liegen hinter mir. Meine Güte, wie schnell rennt die Zeit. Eben noch standen meine Liebste und ich auf dem Balkon in der Silvesternacht, und dicke, nasse Schneeflocken tropften in unsere gefüllten, fast dampfenden Met-Gläser, und schon ist der erste Monat wieder zuende. Naja, noch nicht ganz, aber es geht doch alles sehr schnell. Also erzähle ich euch mal, ich hab mich jetzt endgültig auf das Duzen geeinigt, was hier gestern und vorgestern so passiert ist. Meine Arbeitstätigkeit lege ich wie letztens auch am besten durch meine eigene kommentierte Dokumentation dar, den Rest erzählt ich zwischendrin.

18.01.

08:04 Uhr: Arbeitsbeginn.

09:05 Uhr.
Mails gelesen und bearbeitet. Nach einem Wochenende, an dem ich prinzipiell keine Mails des Ohrfunks lese, sammelt sich immer eine Menge an, und auf manche muss man auch antworten.

09:25 Uhr.
Tweets gelesen und Dradio Wissen in Klango eingestellt.

09:33 Uhr.
Literaturecke für heute bearbeitet. Es war eine Wiederholung aus dem Jahre 2008 über Arnaldur Indridason, wo ich ein zwei Sätze herausschneiden musste.

09:55 Uhr.
Mit Eberhard Dietrich, meinem Chef, wegen künftiger eigener Anmoderation der Infobeiträge geredet. Man kann unsere Beiträge vielleicht selbst anmoderieren, dann wären sie auch im musikalischen Tagesprogramm verwendbar. Darüber denken wir unter Anderem nach.

10:11 Uhr.
Interview mit Ilja Seifert zum persönlichen Budget geführt. Er ist der behindertenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag. War recht interessant.

11:03 Uhr.
Pause gehabt und gefrühstückt. Sehr wichtig!.

11:32 Uhr.
Noch mal Mails und Tweets mit Artikeln gelesen. Gerade wenn es aktuell zugehen soll, muss man auf dem Laufenden bleiben.

12:32 Uhr.
Interview mit Ilja Seifert geschnitten. War nicht einfach. Manche Interviews müssen sinnvoll gekürzt werden.

12:55 Uhr.
Noch mal Tweets gelesen und zum Medienarchiv 1968 des Springerkonzerns recherchiert. Die Seite ist nicht zugänglich, also die Artikel, meine ich, ich schreibe wohl mal. Es handelt sich nämlich um ein interessantes Projekt, alle Springerartikel zu den Studentenunruhen sind im Internet veröffentlicht. Das ist auch so was wie Vergangenheitsbewältigung. Dazu hätte ich gern ein Interview geführt, und ich hätte die Artikel gern gelesen, sie sind aber leider nur als Bilder vorhanden.

13:25 Uhr.
Mail an Springerkonzern geschrieben. Bin mal gespannt, ob die reagieren.

14:15 Uhr.
Mail an Ohrfunk wegen Anmods in 17-20 verfasst, und zwar zweimal. Meine Güte, das hat fast ne Stunde gedauert. Die erste Mail ging verloren.

15:24 Uhr.
Kommentar über das Ende des Sozialstaates für morgen geschrieben.

16:05 Uhr.
Mails und Tweets zum Abschluss gelesen.

Damit ging mein Arbeitstag zuende, und ich konnte mich auf ganz andere Sachen konzentrieren. Ein Freund kam zu Besuch, eigentlich immer Montags, weil wir dann gemeinsam ein Hörbuch hören. Diesmal haben wir zwar gut gegessen, was auch schön war, aber anstatt eines Hörbuches hörten wir das Kabarettprogramm “Physik ist Sexy” von Vince Ebert, einem Physiker, der jetzt Kabarettist ist. Und ein Guter noch dabei. Ansonsten plauschten wir gemütlich und ließen den Tag ruhig ausklingen. Trotz unserer Arbeitsumstellung bin ich nachmittags oft recht müde, aber Montag ging das ganz gut.

Der Dienstag begann zunächst ebenfalls als Arbeitstag:

19.01.

08:04 Uhr: Arbeitsbeginn.

08:18 Uhr.
Tweets gelesen.

08:30 Uhr.
Mails beantwortet.

08:38 Uhr.
Noch mal Tweets wegen eventueller Antworten auf Meine.

08:45 Uhr.
Station Playlist umkonfiguriert für Testserver. Sendung beginnt. Wir produzieren seit letzter Woche die Sendung Soundkasten Neues für den Dienstagabend immer vor, damit wir abends frei haben.

10:45 Uhr.
Soundkasten Neues aufgezeichnet.

10:51 Uhr.
Zurückkonfiguriert und Sendungen in ihre Verzeichnisse eingeordnet.

11:06 Uhr.
Pause gemacht und was kleines gegessen.

11:19 Uhr.
Noch mal Tweets.

11:29 Uhr.
Interviewvorbereitungen mit Bianca getroffen.

11:41 Uhr.
Interview mit Frau Vukovic von der Aktion Mensch geführt. Das heißt: Bianca hat es geführt, ich habe es nur mitgeschnitten.

12:00 Uhr.
Kurz telefoniert. Einfach ein paar interne Absprachen beim Ohrfunk.

12:36 Uhr.
Interview gekürzt und geschnitten.

12:43 Uhr.
Mit Axel Schruhl vom Ohrfunk wegen Unwort des Jahres 2009 telefoniert. Es heißt “betriebsratsverseucht” und zeigt, wie weit wir gekommen sind.

12:55 Uhr.
Tweets beantwortet.

13:45 Uhr.
Kommentar zum Ende des Sozialstaates aufgelesen und geschnitten.

13:53 Uhr.
Anmoderationen geschrieben und das Hochladen begonnen.

14:45 Uhr.
Historische Ereignisse vom 08.02. erstellt.

15:40 Uhr
Historische Ereignisse für den 10.02. begonnen, fehlt nur noch Großereignis.

16:25 Uhr.
Noch mal Tweets und Mails. Das war es. Völlig müde.

Und so war es auch. Ich war völlig kaputt. Schon während der Schreiberei bin ich immer wieder ganz kurz eingenickt. Meine Liebste war in der Stadt, ich wartete, bis sie zurück kam, wir haben noch eine Kleinigkeit gegessen, dann habe ich noch ein wenig im Netz gestöbert, einen ausführlichen Spiegelartikel zum Mauerfall gelesen, und dann bin ich, es war kurz nach 9, ins Bett gegangen. Erst als ich in der Nacht aufwachte, habe ich noch schnell meinen Kommentar zum Ende des Sozialstaates in mein Hauptblog eingestellt. Vielleicht findet ihr ihn ja interessant? In der Blogroll findet ihr mein Hauptblog, und wer diesen Beitrag nicht über Klango, sondern im Web liest, der findet auch den Link zu meinem Kommentar.

So, jetzt ist Arbeiten angesagt, wenn auch heute nur relativ wenig.

Webwoche vom 11. bis 17. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 8:54 am on Dienstag, Januar 19, 2010

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Haben Sie in der letzten Woche mein Webtagebuch vermisst? Tja, ich auch. Ich muss gestehen, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, das Webtagebuch täglich zusätzlich zu meiner Arbeitsdokumentation zu führen. Aber irgendwie hätte ich das Schreiben des Webtagebuchs als Freizeit erachtet, und damit hätte ich meine Arbeit immer wieder für ein Privatvergnügen unterbrochen. Und meine Liebste und ich haben gerade zu schätzen gelernt, wie gut ein geregelter Arbeitstag tut, wenn er auch manchmal richtig lang ist. Sagen kann ich, dass unsere Freizeit ziemlich viel aus dem Lesen von Römerkrimis bestand. Ich nehme an, dass ich schon mal geschrieben habe, dass die Reihe “Senatus Populus que Romanus” nicht vor allem wegen der eigentlichen Kriminalfälle interessant ist, sondern wegen der extrem lebendig dargestellten Personen. Man hat das Gefühl, dass die Römerzeit vor einem wiederersteht, die Zeit, als die römische Republik sich ihrem Ende neigte. Und man fragt sich angesichts derr Masse an gewissenlosen und selbstsüchtigen Politiker schon, ob man da nicht parallelen zur heutigen Zeit ziehen kann. Der Glaube an Gerechtigkeit und justizielle Unbestechlichkeit, den man als guter Demokrat sicher einmal gehegt hat, kommt einem abhanden, wenn man sich überlegt, wie Politik eigentlich funktioniert.

Tja, und weil ich praktisch kein Webtagebuch geschrieben habe, werde ich jetzt einfach mal meine Arbeitsdokumentation der letzten Woche hier hineinkopieren und ein wenig kommentieren, damit ihr euch ein Bild machen könnt, was hier so los war. Und außerdem versuche ich mich mal mit mir zu einigen, ob ich meine Leser sieze uder dutze, wie seht ihr das? Oder Sie?

Hier also meine zweite Woche 2010:

11.01.

08:04 Uhr: Arbeitsbeginn.

08:09 Uhr:
Mails bearbeitet.

08:20 Uhr:
Twitternachrichten bearbeitet.

08:26 Uhr:
Vergeblicher Versuch, Ottmar Miles-Paul zu erreichen. Wollte mit ihm ein Interview über sein zweijähriges Amtsjubiläum als Behindertenbeauftragter sprechen.

08:28 Uhr:
Vergeblicher Versuch, das Sekretariat von Prof. Wolfgang Franz zu erreichen. Hier ging es um den Vorschlag, das Arbeitslosengeld um 100 Euro zu kürzen.

08:31 Uhr:
Noch mal Twitter gelesen, jetzt aber schluss.

08:48 Uhr:
Recherche für historische Ereignisse für den 25.01. beendet.

08:51 Uhr:
Erfolglos versucht, Ottmar Miles-Paul zu erreichen.

09:05 Uhr:
Historische Ereignisse für den 25.01. fertig geschrieben.

09:08 Uhr:
Vergeblicher Versuch, das Sekretariat von Prof. Franz zu erreichen.

09:11 Uhr:
Versucht, Ottmar zu erreichen, er ist aber unterwegs. Im Zug nützt er mir nichts.

09:13 Uhr:
vergeblich versucht, Michael Herbst zu erreichen. Er ist Geschäftsführer des DVBS, und mit ihm wollte ich über die neue DIN-Norm zu Kontrasten im öffentlichen Raum sprechen, es geht darum, dass Menschen mit Sehbehinderung z. B. Schilder und Hinweise besser lesen können.

09:22 Uhr:
Recherche bei Kobinet zu möglichen Interviewthemen durchgeführt.

09:24 Uhr:
Termin mit Prof. Franz für morgen um 10 Uhr vereinbart.

09:36 Uhr:
Gespräch mit Michael Herbst zur Vorbereitung eines Interviews zur DIN-Norm über Kontraste geführt.

10:02 Uhr:
Literaturecke hochgeladen und meinen Arbeitsordner von letzter Woche aufgeräumt.

10:17 Uhr:
Zur Volkssolidarität und zu deren Präsident Prof. Dr. Gunnar Winkler recherchiert. Sie wehren sich massiv gegen die Kürzung des Arbeitslosengeldes.

10:20 Uhr:
Interviewanbahnungsgespräch mit der Volkssolidarität geführt.

10:27 Uhr:
Mail an Volkssolidarität angefangen, damit die Pressestelle mein Anliegen kennt.

10:48 Uhr:
Interview mit Michael Herbst zur Kontrastenorm geführt und.

10:51 Uhr:
Mail an die Volkssolidarität zuende geschrieben.

11:13 Uhr:
historische Person Ernst Nolte für heute aufgelesen und geschnitten und hoch geladen, sowie Metin darüber telefonisch informiert. Metin Gemril ist der Chefredakteur der Sendung 17-20 bei Ohrfunk.de.

11:41 Uhr:
Interview mit Michael Herbst geschnitten und hochgeladen.

11:49 Uhr:
Mit Metin telefoniert und über Beiträge informiert.

11:56 Uhr:
Ohrfunkmail geschrieben mit Beiträgen für heute und morgen.

12:10 Uhr:
Themenrecherche via Twitter durchgeführt, einige interessante Dinge gefunden, wie satirisches Buch mit Absagen auf Stellenanzeigen in Zeitungen. Vielleicht ein Interview wert?

12:33 Uhr:
Für meine Liebste Bligg heruntergeladen und bei Amazon nach dem Buch: “Mein Prinz der Callboy” gesucht. Bligg ist der schweizer Künstler, über den die Sendung Soundkasten Neues in dieser Woche u. A. ging.

12:37 Uhr:
Ohrfunkmail beantwortet. Es handelt sich um Mails in unseren Mailinglisten zur Koordination der Arbeit.

12:43 Uhr:
Tweets gelesen und Ankündigung für Ohrfunkbeiträge getwittert.

13:20 Uhr:
Historische Ereignisse für den 27.01. gemacht, ausnahmsweise, indem ich ein Großereignis von Wikipedia übernehme: Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen nach dem 2. Weltkrieg aus holländischer Gefangenschaft 1989.

13:30 Uhr:
Mails bearbeitet und zur Tagung “Wenn die Würde gewürdigt würde” recherchiert. Eine Tagung der humanistischen Union Ende dieses Monats, an der ich für Ohrfunk teilnehmen will.

13:37 Uhr:
Telefonat mit Franz-Josef Hanke von der Humanistischen Union wegen “Wenn die Würde gewürdigt würde” geführt.

15:05 Uhr:
Musik für die Party gesucht. Ich hatte in dieser Woche den Ballroom, unsere samstägliche Radioparty, durchzuführen.

15:09 Uhr:
4 Minuten Pause gemacht und mir einen Kaffee geholt.

15:46 Uhr:
Noch mal Lieder für die Party gesucht.

15:48 Uhr:
Mails gelesen.

15:58 Uhr:
Twitternachrichten gelesen, dauerte etwas länger, war viel los.

16:06 Uhr:
Volkssolidarität rief mich an, die wollen es nur im Notfall machen, denn ich soll den Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes fragen. Ein bisschen spät, oder?

16:21 Uhr:
Historische Ereignisse für den 29. Januar angefangen. Großereignis mache ich möglicherweise morgen in den Pausen.

16:30 Uhr:
Mit einem Hörer wegen technischer Probleme telefoniert.
Fertig für Heute!

12.01.

07:34 Uhr:Arbeitsbeginn.

07:37 Uhr.
Station Playlist auf den Testserver umkonfiguriert. Wir wollten eine Sendung aufzeichnen, und das machten wir, indem wir so taten, als sendeten wir live. Dazu haben wir einen nicht öffentlichen Testsendeserver.

07:49 Uhr.
Station Playlist repariert, erstellte keine Playlisten, ist für den Betrieb aber nötig.

07:52 Uhr.
Kopfhörer und Mikrofon aufgebaut.

07:53 Uhr.
Sendungsproduktion beginnt. Produziert wurde “Sondkasten Neues” für denselben Abend.

09:53 Uhr.
Sendung produziert.

09:55 Uhr.
Für Interviews den Rechner zurückkonfiguriert.

09:56 Uhr.
Twitternachricht geschrieben und um Beistand gebeten. Und zwar für das Interview mit Prof. Franz zu seinem Vorschlag zur Arbeitslosengeldkürzung.

09:59 Uhr.
erster erfolgloser Anruf bei Prof. Franz, technische Probleme, aber nicht bei mir, sondern auf der anderen Seite.

10:03 Uhr.
Zweiter erfolgloser Versuch des Interviews mit Professor Franz.

10:06 Uhr.
Dritter erfolgloser Interviewversuch mit Prof. Franz.

10:18 Uhr.
Endlich hat es geklappt. Interview geführt, zufrieden bin ich nicht.

10:36 Uhr.
Interview geschnitten.

11:08 Uhr.
Pause von 32 Minuten Länge gemacht.

11:20 Uhr.
Recherche zum paritätischen Wohlfahrtsverband und Interviewanbahnungsgespräch geführt.

11:42 Uhr.
Historische Ereignisse vom 29. Januar fertiggestellt.

11:56 Uhr.
Tweets und Mails gelesen und beantwortet.

12:00 Uhr.
Recherche zu möglichen Themen durchgeführt.

12:02 Uhr.
erfolgloser Versuch, Ottmar Miles-Paul zu erreichen und zur Konferenz der Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern zu befragen.

12:11 Uhr.
Telefonisch mit Franz-Josef Hanke vereinbart, dass er notfalls gegen Prof. Franz im Interview spricht, falls es niemand anders tut. Außerdem ihm das Interview mit Prof. Franz geschickt.

12:21 Uhr.
Stefan Müller vom Ohrfunk für die Nachrichten das Franz-Interview telefonisch angekündigt und hochgeladen.

12:26 Uhr.
Anmoderation für das Franz-Interview geschrieben und hochgeladen.

12:40 Uhr.
Für Twitterfollowerin nach Infos über HR-Info gesucht, auch an Thema “Einschränkung der Informationsfülle im öffentlich-rechtlichen Radio” gedacht. Link zu HR-Info in Klango wiederhergestellt.

12:47 Uhr.
Ohrfunkmails gelesen und bearbeitet.

13:30 Uhr.
Historische Ereignisse für den 1. Februar begonnen und bis auf das Großereignis fertiggestellt.

13:38 Uhr.
Tweets gelesen.

13:40 Uhr.
gescheiterter Versuch, Ottmar Miles-Paul zu erreichen.

13:54 Uhr.
Historische Ereignisse vom 1. Februar beendet.

14:48 Uhr.
54 Minuten Pause, ohne was besonderes zu tun, eingenickt.

15:17 Uhr.
Gespräch und Interview mit Franz-Josef Hanke geführt.

16:00 Uhr.
Interview geschnitten und hochgeladen.

16:25 Uhr.
Telefonate mit Eberhard Dietrich und Metin Gemril und Twitternachricht zur Ankündigung der heutigen Beiträge. Es handelte sich um interne Absprachen, einfache Arbeitskoordination, die man ja auch mal machen muss.

Danach war die normale Tagesarbeit eigentlich erledigt. Abends war aber noch die Vorstandssitzung des Trägervereins des Ohrfunks.

19:55 Uhr.
Pause beendet.

20:00 Uhr.
Streamvorbereitungen getroffen. Ich streamte die Sendung “Soundkasten Neues” selbst. Dann Vorstand.

22:45 Uhr.
Vorstandssitzung beendet.

13.01.

08:11 Uhr: Arbeitsbeginn.

08:18 Uhr.
Erfolglos versucht, Ottmar Miles-Paul zu erreichen.

08:34 Uhr.
Mails und Tweets gelesen.

09:04 Uhr.
Infobeiträge für heute bearbeitet.

Mittwochs ist ansonsten mein freier Tag. Wir fuhren zu Metin Gemril, wo es auch ein wenig um Ohrfunk ging. Meine Liebste las historische Personen auf, ich überspielte mir das Ohrfunkmusikarchiv.

16:34 Uhr.
Pause zuende sozusagen.

16:59 Uhr.
Interview mit Ottmar Miles-Paul geführt und Mails gelesen. Ende für heute.

14.01.

07:33 Uhr: Arbeitsbeginn.

07:44 Uhr.
Mich durch Busfahrpläne gekämpft und für meine Liebste einen Bus rausgesucht. Das lege ich mal unter Recherche ab.

08:07 Uhr.
Interview mit Ottmar Miles-Paul geschnitten.

08:27 Uhr.
Datenträger so bereinigt, dass Arbeiten mit Soundforge wieder möglich ist. Manchmal ist die Festplatte so voll, dass das Schneiden von Interviews und Beiträgen mit dem Programm Soundforge schwierig wird.

08:57 Uhr.
Mails, Tweets und dazugehörige Artikel gelesen.

09:07 Uhr.
Anmoderationen für Blitzlicht aus Brasilien und Interview mit Ottmar Miles-Paul geschrieben und das Hochladen begonnen.

09:52 Uhr.
Zum Erdbeben in Haiti, zum Beinahebruch der niederländischen Regierungskoalition wegen des Irak-Krieges und zum persönlichen Budget recherchiert.

10:02 Uhr.
10 Minuten Essenspause gemacht.

10:06 Uhr.
Erfolglos versucht, das Büro von Ilja Seifert wegen des persönlichen Budgets, und Handicap International wegen Haiti zu erreichen. Ilja Seifert ist behindertenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag.

10:32 Uhr.
Telefongespräche mIn der Redaktion wegen Haiti geführt.

10:36 Uhr.
Erfolglose Versuche, Büro von Ilja Seifert und Handicap International zu erreichen.

10:54 Uhr.
Mit den historischen Ereignissen vom
3. Februar angefangen.

10:57 Uhr.
Mit Handicap International gesprochen. Sie schlagen Interview morgen früh vor, auch um noch mehr Infos zu kriegen. 11 Uhr Morgen.

11:19 Uhr.
historische Ereignisse vom 3. Februar vollendet.

11:59 Uhr.
Pause gemacht.

12:50 Uhr.
Viele viele bunte Tweets, Mails und die Artikel gelesen, die zu den Tweets dazugehören.

13:03 Uhr.
Kleinigkeiten im Haushalt erledigt. Muss auch mal sein.

13:23 Uhr.
private Telefongespräche geführt, also Pause gemacht.

15:00 Uhr.
Historische Ereignisse vom 05.02. angefangen.

15:10 Uhr.
Telefonat mit Andi Melofski zur Vorbereitung der Radioparty am Samstag.

15:25 Uhr.
historische Ereignisse vom 5. Februar beendet.

16:00 Uhr.
Mails und Tweets gelesen.

15.01.

Arbeitsbeginn: 09:20 Uhr.

09:25 Uhr.
Interviewanbahnungsgespräch mit Büro von Ilja Seifert geführt, Termin für Montag, 10 Uhr festgeklopft.

09:47 Uhr.
Mails und Tweets gelesen.

10:09 Uhr.
Mich um Candlelight fürs Wochenende gekümmert.

10:33 Uhr.
Über Handicap International recherchiert.

10:55 Uhr.
Aus der Candlelight-Liederliste schon mal rausgenommen, was wir in den letzten Wochen schon gespielt haben.

11:11 Uhr.
Gespräch mit Frau Dr. Fischer von Handicap International geführt.

11:36 Uhr.
Interview geschnitten.

11:57 Uhr.
Nach Spendenkonto der Aktion Deutschland hilft gefahndet und An- und Abmoderation für den Beitrag geschrieben und das Hochladen angeleiert.

12:21 Uhr.
Carsten Albrechts Interview geladen und gehört. Als Infochef vom Dienst höre ich auch die Interviews durch, die von anderen Kollegen zur Verfügung gestellt werden.

12:29 Uhr.
Mails gelesen.

12:40 Uhr.
Tweets gelesen und Dateien der letzten Tage einsortiert. Mache jetzt Pause wegen wieder stärker gewordener Kopfschmerzen.

16:20 Uhr.
Pause beendet.

17:30 Uhr.
Mit Mirien Plarre die Kolumne für die kommende Woche aufgelesen und geschnitten.
Fertig. Arbeit beendet.

16.01.

18:45 Uhr: Arbeitsbeginn.

18:55 Uhr.
Neues Musikarchiv eingepflegt.

19:10 Uhr.
Andi Melofskis Platte angeschlossen, der hat Musik für die Party mitgebracht.

19:31 Uhr.
Instrumentals verteilt. Zwischen die Lieder der Party verteilen wir Unterleger für die Moderationen.

19:35 Uhr.
Twitterwerbung gemacht für die Party.

20:00 Uhr.
Party vorbereitungen beendet.

02:30 Uhr.
Party beendet. War mal wieder sehr schön.

17.01.

21:35 Uhr: Arbeitsbeginn.

21:55 Uhr.
Lieder aus der Liste geworfen und Musikwünsche für Candlelight gesucht. Manchmal habe ich dann an dem Abend doch keine Lust auf alle Lieder, die ich vorher ausgesucht habe.

22:00 Uhr.
Candlelight beginnt.

00:00 Uhr.
Sendung zuende.

00:03 Uhr.
Noch eine Mail gelesen und beantwortet.

Das war meine Arbeitswoche. Wie gesagt haben wir uns in unserer Freizeit viel mit dem dritten Römerkrimi vergnügt.

Ab dieser dritten Woche will ich wieder ausführlicher schreiben, hoffentlich klappt es.

Und hier noch ein paar interessante Links. Die Klangoleser kann ich nur bitten, übers Web zu gehen und die Links zu verfolgen. Sie haben sich in der letzten Woche so angesammelt.

Hartz IV vor dem Bundesverfassungsgericht
Die neue Ästhetik des alten Aktes - über die Erotik von Unten im Netz
Wider die Verteufelung der Leistungsträger - Peter Sloterdijk im Gespräch
Neue Jugendlichkeit in der Politik mit Twitter im Gepäck - Berliner Zeitung
Roland Koch und sein Arbeitspflichtvorschlag gegen Hartz-IV-Empfänger
Positive Bewertung von Kochs Vorschlägen bei der süddeutschen Zeitung
Ein Mönch, ein Wille, eine Kathedrale - ein interessanter Artikel

Webtagebuch vom 7. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 8:57 am on Freitag, Januar 8, 2010

Es war ein scheinbar ganz normaler Ohrfunkarbeitstag. Aber es war es auch wieder nicht. Eines unserer führenden Ohrfunkmitglieder hat sich allergrößtenteils zurückgezogen. Und das sozusagen am 4. Ohrfunkgeburtstag. Ich habe mit Mails und mit Gesprächen versucht, das zu verhindern, aber es hat nicht funktioniert. Es ist so schade: Auf der einen Seite hat der Sender inzwischen wirklich einen guten Ruf in der Szene und vor allem bei politisch Verantwortlichen im Behindertenbereich, auf der anderen Seite müssen wir intern derzeit um die richtige Richtung ringen. Ich bedauere es immer, wenn jemand geht, und wenigstens in ein paar Kleinigkeiten bleibt er uns erhalten, aber es reißt schon eine Lücke. Man kann sich ja über verschiedene Punkte streiten, kann unterschiedlicher Ansicht sein, aber wenn es so heftig wird, dass jemand aufgibt, dann muss doch irgendwas falsch gelaufen sein.

Meine Arbeit war routine. Ich habe historische Ereignisse für den 18. Januar vollständig gemacht und für den 20. Januar wenigstens angefangen. Ich habe einen Kommentar zum vierjährigen Bestehen von Ohrfunk.de geschrieben, gelesen und geschnitten. Natürlich habe ich Mails und Tweets gelesen und bearbeitet. Gefrühstückt haben meine Liebste und ich am Nachmittag nach der Arbeit. Dabei haben wir eine Platte von Liederjan gehört, die ist schon 13 Jahre alt, und wir haben sie schon lange nicht mehr genossen. Das entspannt, beim Frühstück am Nachmittag leise Musik zu hören, oder doch zumindest relativ leise Den Rest des Tages, sogar weit bis in die Nacht hinein, es war glaube ich knapp 2 Uhr, als ich ins Bett ging, haben wir gemeinsam und entspannend genossen, Musik gehört, ein Weinchen getrunken, geplaudert… Das war ein sehr schöner und entspannender Abend.

Tja, und hier ist noch zum Abschluss der Link, den ich beim Twittern fand:

.Iran und Saudi-Arabien - Stellvertreterkrieg im Jemen

Webtagebuch vom 6. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 11:48 pm on Mittwoch, Januar 6, 2010

Tja, da denkt man, man könne richtig lange schlafen, und es klappt doch nicht. Ich wachte heute morgen so gegen 4 Uhr auf und konnte nicht mehr schlafen. Knapp 5 Stunden waren es immerhin, darum will ich mich nicht beschweren. Bis so gegen halb sechs versuchte ich es noch, dann stand ich auf und bearbeitete meine Mails. Leider kam ich dabei an einer Mail vorbei, die eigentlich zu meiner Arbeit gehörte, aber ich wollte sie trotzdem beantworten, weil ich gerade das Gefühl hatte, gut schreiben zu können. Bis weit nach 7 Uhr schrieb ich an dieser Mail, dann setzte ich mich an meine Tweets und fand einen Bericht über vorgeschlagene Hartz-IV-Kürzungen. Wenn ich das lese, kriege ich eine unglaubliche Wut, aber ich nahm mir vor, den Menschen zu interviewen, der diese Kürzungen vorgeschlagen hat. Es handelte sich um den Vorsitzenden des sogenannten Rates der Wirtschaftsweisen, Professor Wolfgang Franz. Da ich ihn telefonisch nicht erreichen konnte, schrieb ich ihm eine ausführliche E-Mail und hoffe, dass er sich mit mir in Verbindung setzen wird.

Beim Twitterstudium vor unserem mittwochsüblichen Frühstück mit einem Freund fand ich einen Zeitartikel über Barack Obama, den ich interessant finde, der zeigt, dass Obama kein naiver Friedensapostel ist, sondern durchaus Ahnung von Sicherheitsbelangen hat.

Der Besuch bei unserem Freund war recht schön, wir frühstückten und kamen endlich wieder einmal dazu, in unserem Perry-Rhodan-Buch zu lesen. Ein kleiner Einkauf schloss sich an, dann ging es wieder nach hause. Dort arbeiteten wir noch ein wenig, ich begann mit den historischen Ereignissen für den 18. Januar. Aber irgendwie konnte ich mich nicht gut konzentrieren. Die inneren Probleme beim Ohrfunk erreichten wiedereinmal einen Höhepunkt, leider. Bis 17 Uhr arbeiteten wir heute, um wenigstens etwas von der am Morgen verloren gegangenen Zeit wieder herauszuholen. Danach wollten wir uns einen aktiv-gemütlichen Abend machen, aber wir waren beide zu kaputt. Am Wochenende hatten wir über eine Änderung unserer Arbeitstaktik nachgedacht. Meine Liebste und ich hatten verstanden, dass wir bislang falsch gearbeitet hatten. Hatten wir unsere für den entsprechenden Tag zu leistende Arbeit geschafft, hatten wir schluss gemacht. Das konnte mittags um 1 oder nachmittags um 5 oder auch mal abends um 10 sein. So war von einem geregelten Arbeiten nicht viel übrig geblieben, obwohl wir das gewollt hatten. Auch die Webtagebücher legen davon Zeugnis ab. Das führte auch dazu, dass andere gemeinsame Aktivitäten hinten runter fielen, weil man zu kaputt war, weil man in der Zeit andere notwendige Arbeiten im Haushalt machen musste und ähnliche Dinge. Es herrschte bei uns ein wenig Unzufriedenheit, zumindest bei mir, über die unregelmäßigen Arbeitszeiten beim Ohrfunk. Eine Freundin sagte einmal: “Entweder du machst Radio, oder du hast geregelte Arbeitszeiten.” Da ist was dran, trotzdem versuchten wir, es besser hinzukriegen. Wenn wir jetzt fertig mit der Arbeit für den heutigen Tag sind, und es ist noch nicht 16 Uhr, arbeiten wir weiter, arbeiten so weit es geht für die kommenden Tage vor. So gut, so schön, aber weil wir nachts im Augenblick etwas schlecht schlafen, fühlen wir uns nachmittags dann auch nicht mehr so wach, um noch etwas größeres unternehmen zu können, wenn der Arbeitstag abgelaufen ist. So wurde auch aus unseren ursprünglichen Plänen für heute nichts, und wir aßen wenigstens noch gemütlich zusammen und hörten weiter im Römerkrimi, bis gegen halb 10 am Abend. Dann las ich noch mal Mails, schrieb ein wenig Tagebuch und bin jetzt wohl reif fürs Bett. Ich wünsche mir, dass ich gut schlafen kann. Ich glaube nämlich, dass unsere Art, wie wir jetzt arbeiten dann echt Vorteile hat. Ich finde es interessant, dass wir uns jetzt tatsächlich, wenn nichts dazwischen kommt, also nichts besonderes passiert, eine echte 38- bzw. 40-Stunden-Woche für Ohrfunk und ähnliches eingerichtet haben. Glaubt einem Keiner, dass der Sender so viel Zeit verschlingt.

Gute Nacht!

Webtagebuch vom 5. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 11:49 pm on Dienstag, Januar 5, 2010

Als ich heute Morgen erwachte, war es 6 Uhr, und ich hätte noch eine Stunde Zeit gehabt, aber ich konnte nicht mehr schlafen. Na gut, dann eben nur sechseinhalb Stunden. Trotzdem habe ich es bis zur letzten Minute versucht, bevor meine Liebste und ich aufgestanden sind. Da wir uns fest vorgenommen haben, dass unsere Arbeitszeit um 8 Uhr beginnt, konnte ich erst einmal private Mails und Tweets lesen.

Naja, und dabei kommt man am Jemen nicht vorbei. Die Amerikaner lernen es auch unter Barack Obama nicht, wie ein Tagesschaubericht zeigt. Es ist schon traurig, dass man das Gefühl hat, George W. Bush sei wieder im Amt, und die Leute glauben immer noch, man könne mehr Flugsicherheit durch eine Bodeninvasion in einem anderen Land herstellen. Als ob man damit nicht alles noch schlimmer machte… Ich bin echt sprachlos.

Beim Lesen meiner Privatmails fiel mir auf, dass mir auf Twitter Volker Beck folgt. Er ist ein sehr informativer Twitterer, den ich sehr schätze.

Als um 8 Uhr die von uns selbst festgesetzte Arbeitszeit begann, machte ich meiner Liebsten erst einmal ein paar Vorschläge für eine Einkaufsliste. Das nennt man einen gemeinsam geführten Haushalt, obwohl ich sagen muss, dass ich in dieser Hinsicht recht faul bin. Dann machte ich mich daran, das Interview mit Georg Hanke vom gestrigen Abend zu schneiden und die ohrfunkinternen Mails zu lesen.

Es ist immer schwierig, Interviews und ähnliche Beiträge zu kürzen. So jetzt mit dem Interview von Georg Hanke, dem ersten blinden Stadtverordnetenvorsteher Deutschlands. Es war über 13 Minuten lang, und ich habe es auf knapp 8 zusammenkürzen müssen. Manchmal hasse ich den Job, ehrlich. Gut, man kann auch Sachen wegnehmen, die sich wiederholen, oder die irrelevant aber vielleicht auflockernd sind. Manchmal muss man aber auch in den Inhalt eingreifen. Naja, wozu haben wir den Podcast?

Nun gingen meine Liebste und ich daran, die historischen Personen der nächsten Wochen und die Literaturecke für kommenden Montag aufzulesen. Je früher man damit begann, desto besser, und wir hatten Zeit für andere wichtige Dinge. Ich machte mich gleich danach an die Schneidearbeiten, die jedoch nicht mehr als anderthalb Stunden in Anspruch nehmen durften, weil wir dann die Neues-Sendung für heute Abend vorproduzieren wollten.

Ich bin immer wieder überrascht, wie lange es dauert, so ein paar Texte zu schneiden. Für die Literaturecke für kommende Woche, unsere Römerkrimis, und für 2 historische Personen, habe ich eine Stunde gebraucht. Damit war die Zeit bis zum geplanten Sendungsbeginn nur noch sehr knapp. Hoffentlich würde es reichen.

Um 13:30 Uhr ungefähr waren wir fertig mit der Sendungsproduktion, und es war eine richtig schöne Sendung. Meine Liebste hatte einen Rückblick auf ihre Neues-Sendungen im Jahr 2009 produziert, und es hat Spaß gemacht. Man konnte so richtig hören, dass es auch richtig gute neue Musik gab, etwas, was ich vor einem Jahr oder so noch ziemlich heftig abgelehnt habe. Aber man muss halt wissen, wo man suchen muss. Deutsche Leute wie Töppel Butera, Sascha Krieger, die Prinzen, Reinald Grebe usw. waren zusammen mit so Leuten wie Marrit Larsen, Amanda Palmer, Frida Hüwönen und anderen ausländischen Stars in einer Sendung. War richtig schön. Wer sie verpasst hat, kann sie am Samstag, 9. Januar ab 12 Uhr, noch einmal nachhören.

Eigentlich hatte ich für 14 Uhr eine gute Freundin erwartet, aber die sagte mir, dass sie eine Stunde später kommen werde, und deshalb konnte ich in aller Ruhe meine Ohrfunkmails bearbeiten und mit den historischen Ereignissen für den 15. Januar anfangen.

Den Nachmittag verbrachte ich dann mit unserer Freundin, indem wir ein altes, von mir selbst gemachtes persönliches Feature über Heelderpeel hörten, den Ort, an dem meine Familie 24 Jahre ihre zweite Heimat hatte und den wir vor drei Jahren auf so bittere Weise haben verlassen müssen, weil unser Häuschen praktisch einstürzte und wir kein Geld und keine Leute hatten, um es zu retten. Danach hörten wir eine alte Soundkasten-Sendung mit einer von mir nachgestellten niederländischen Hitparade aus dem Juni 1985. Das war sehr entspannend, und es machte mich bereit für ein tiefgehendes Gespräch mit meiner Liebsten hinterher. Hauptfrage: Steht es einem Menschen mit Schwierigkeiten zu, und unter welchen Umständen, sich welche Art von fachmännischer Hilfe zu holen, ohne sich dafür zu schelten, dass er übertreibt? Ein gutes, langes und wichtiges Gespräch. Danach haben wir, obwohl wir es besser bleiben lassen sollten, uns was zu essen bestellt und dann den Römerkrimi weitergehört, in dem ich gerade mit Freuden lese. Und jetzt ist es kurz vor 23 Uhr, und das ist die Zeit, da ich schlafen sollte.

Gute Nacht.

Webtagebuch vom 4. Januar 2010

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien, Webtagebuch — bertrams at 11:22 pm on Montag, Januar 4, 2010

So, der Urlaub ist vorbei! Und weil so schön Urlaub war, habe ich auch kein Webtagebuch geschrieben. Jetzt kann es wieder los gehen, pünktlich zur Wiederaufnahme der Arbeit. Aber das Dumme ist, dass die Arbeit zunächst einmal aus dem Lesen von Mails bestand. Damit habe ich gegen 8 Uhr angefangen, und ich brauchte fast eine Stunde, bis ich die wichtigsten Sachen überflogen hatte. Mails lesen verhindert jedenfalls, dass man sich sofort auf die Infosuche stürzt. :-)
Zuerst habe ich mich mit dem Büro des neuen Behindertenbeauftragten in Verbindung gesetzt, aber die konnten mir keine Zusage für ein Interview geben. Aber ich hatte mir schon vorgenommen, auch was zum Thema Bürgerrechte zu machen. Also rief ich Franz-Josef Hanke von der Humanistischen Union Marburg an, der mir Gott sei dank sofort ein Interview gab. Da waren dann Themen wie das hessische Polizeigesetz oder der neue elektronische Einkommensnachweis Elena drin. Heftig, was sich manche Regierungen so erlauben. Arbeitgeber sollen über die Rechtfertigung von Streiks entscheiden und ihre Meinung in eine Datenbank für Steuerermittlung eintragen. Und die ist maßgeblich… Das kann es nicht sein!

Nachdem ich das Interview geschnitten und auf eine für den Ohrfunk akzeptable Länge zusammengekürzt hatte, begab ich mich auf die Suche nach weiteren Infobeiträgen. Dabei las ich in den Kobinet-Nachrichten, dass die Interessenvertretung selbstbestimmt Leben von Jena nach Berlin umgezogen ist und eine neue Geschäftsführerin hat. Mit der vereinbarte ich ein Interview. Außerdem hatte mir Franz-Josef Hanke erzählt, dass sein Bruder wohl der erste blinde Stadtverordnetenvorsteher in Deutschland ist, was auch für ein Interview gut ist. Mir kam es darauf an, einen Vorlauf zu schaffen, falls sich der Behindertenbeauftragte Hubert Hüppe nicht meldete.

Als ich dieses Interview gegen 11:30 Uhr geführt und geschnitten hatte, stellte ich fest, dass mein Skype-Guthaben abgelaufen war, und ich konnte nur noch ganz wenig telefonieren. Das muss sich schnell wieder ändern, aber es kostet leider auch viel Geld.

Tja, und nach einigen Mails in den Ohrfunkmailinglisten, ist ja nicht so, als gäbe es nicht auch interne Dinge zu erledigen, machte ich eine viertel Stunde pause, aß mir ein paar Scheiben Brot und trank eine herrliche Tasse Kaffee.

Nach der Pause lasen wir die historische Person für Mittwoch, Jeanne d’Arc auf und ich schnitt den Beitrag.

Und dann meldete sich Hubert Hüppe doch noch, worüber ich sehr froh bin, denn das war der aktuelle Beitrag, den ich eigentlich für heute vorgesehen hatte. Es war ein langes Interview, aber mir gefällt es. Ich mag seine Art sehr, Dinge plastisch zu erzählen und dabei sich nicht von der übermäßigen Hektik der meisten Anderen anstecken zu lassen.

Das Interview zu schneiden nahm eine ganze Weile in Anspruch. Es war fast 12 Minuten lang, und ich musste es kürzen, weil es sonst nicht in unser Sendekonzept hinein gepasst hätte. Dabei mag ich, wie schon geschrieben, die Art von Herrn Hüppe, und ich finde es immer wieder schade, seine Interviews kürzen zu müssen. Gott sei dank ist das Wesentliche erhalten geblieben, aber das kostet eben ganz schön Konzentration und Arbeit.

Als ich damit fertig war und meine Beiträge für den heutigen Tag auf unseren Ohrfunkserver lud, damit die Redakteure von 17-20 an die entsprechenden Mitschnitte kommen, erhielt ich eine offizielle Mail vom Amt des Behindertenbeauftragten, dass meine Anfrage bearbeitet würde, es aber durchaus noch dauern könne, bis ich Antwort erhielte. Da hatte ich das Interview längst geführt. Ich kann nur vermuten, dass folgendes passiert ist: Ich rief heute Morgen im Büro an, und die Mitarbeiterin sagte mir, ich solle eine Anfrage per E-Mail senden, die dann offiziell bearbeitet werde. Das tat ich. Offenbar wurde meine Nachricht aber im Büro selbst an Herrn Hüppe weitergegeben, noch bevor sie offiziell bei ihm anlangte. Und als er Zeit hatte, telefonierten wir. Die offizielle erste Antwort vom Kommunikationscenter kam dann etwas später bei mir an, als alles längst erledigt war, und diese Antwort bat mich um Geduld. Ich nehme an, das ist nur passiert, weil es der erste Arbeitstag von Hubert Hüppe war, und weil er seine Ansicht,mit Betroffenen kommunizieren zu wollen, sehr sehr ernst nimmt.

Den Schluss des Arbeitstages bildete die Fertigstellung meiner historischen Ereignisse vom 13. Januar, und ich wurde ziemlich genau um 4 Uhr fertig, dem Moment, zu dem bei uns ab sofort nachmittags der Hammer fällt, wenn es keine begründeten Ausnahmen gibt, wie Dienstags, wenn meine Liebste Sendung hat. Ach wie wohl der Feierabend tut, wenn man so gut durchgearbeitet hat.

Nach einem gemütlichen Abendessen gingen wir daran, den zweiten Römerkrimi zu hören. In den letzten Tagen hatten wir gemeinsam den ersten Band der Reihe “Senatus Populus que Romanus” gehört, die von John Robert Maddox geschrieben wurde. Der Autor hat die alten Römer um Caesars Zeit mit derart großen Kenntnissen von Geschichte und Lebensart, und gleichzeitig mit so großer Phantasie beschrieben, dass es eine Freude ist, die alte Hauptstadt der Welt wieder lebendig werden zu sehen. Über drei Stunden konnte ich mich daran erfreuen, weil ehrlich gesagt alles Andere zu viel für mich war, denn ich warr ganz schön müde.

Als ich am Mittag mit Franz-Josef Hanke gesprochen hatte, der mir ein Interview gegeben hatte, wies der mich auf seinen Bruder hin, der der erste blinde Stadtverordnetenvorsteher in Deutschland ist. Ich hatte ihm eine E-Mail geschrieben und erhielt eine Zusage für ein Interview. Ich sollte ihn anrufen, was ich gegen 20:50 Uhr tat. Wir vereinbarten, das Interview sofort zu führen, damit ich es am Donnerstag senden könnte. Gesagt, getan. Eigentlich wollte ich nach 16 Uhr nicht mehr arbeiten, und schon gibt es wieder eine Ausnahme, aber ich finde das in diesem Falle okay. Ich hoffe, die nächsten Tage bescheren mir weiterhin so reichhaltige Beute an Interviews. Mein Problem wird das Infocafé sein, für das ich diese Woche wohl kein Futter haben werde, was mich dazu verdonnert, eines zu wiederholen.

Zum Abschluss des Tages habe ich noch das Spiel Popmundo aufgesucht und dann meine Tweets gelesen und private E-Mails beantwortet. Ein langer Tag, den ich nicht zu früh beenden wollte, der aber jetzt gleich beendet ist, wenn ich dieses Webtagebuch gepostet habe.

Gute Nacht allen Leserinnen und Lesern

Prosit Neujahr - mein persönlicher Jahreswechsel

Abgelegt unter: Alltagsplaudereien — bertrams at 11:50 pm on Donnerstag, Dezember 17, 2009

Noch knapp 3 Tage, dann ist die magische Woche wieder beendet, und mein persönliches Jahr 2009 auch. Zeit also, sich auf die Tage zu freuen, an denen Weihnachten und Silvester auf einen Tag fallen.

Morgenabend, am Freitag also, wird es so weit sein. Den ganzen Tag über werden vorbereitungen laufen, Essen wird zubereitet werden, Lieder werden zusammen gesucht, Playlisten und Ablaufpläne erstellt und gedruckt. Und morgenabend, so zwischen 6 und 7, werden sie alle bei uns auftauchen, unsere engsten Freunde, um den ersten Abend des Jahresendwochenendes mit uns zu genießen. meine Liebste richtet in diesem Jahr unser Jahresfest aus, und darum werden sie alle 8 morgen abend an unseren Wohnzimmertischen sitzen und mit uns Schimarrao trinken, brasilianischen Matetee. Es ist der erste, inzwischen zur Tradition gewordene Programmpunkt eines Wochenendes, auf das ich mich seit Wochen freue. Nur die Geschehnisse um den Ohrfunk haben in den letzten Tagen die Vorfreude etwas getrübt, weil sich mein Kopf und meine Seele noch nicht auf das eingelassen haben, was da morgen zum 25. mal seinen Anfang nehmen wird.

Wie gesagt: Sie kommen zwischen 6 und 7 Uhr. Es sind unsere allerengsten Freunde, mit denen uns schon so etwas wie familiäres Zusammengehörigkeitsgefühl verbindet. 2 Programmierer, der eine aus Wuppertal, der andere aus Worms, und mehrere Leute, die in Marburg leben: ein Schriftsteller, eine Dolmetscherin und Übersetzerin mit ihrem Mann, eine gelernte Erzieherin und 2 Radiomacher. Wir werden uns begrüßen und dann an den Tisch setzen, wo unsere Dolmetscherin ihren Matetee und die zugehörigen Utensilien auspacken wird. Nachdem das Gefäß mit dem Tee zum ersten mal die Runde gemacht hat, wie eine Friedenspfeife bei den alten Indianern, werde ich aufstehen und die Bowle ansetzen, die wir Samstagabend gemeinsam trinken werden. Der Rest dieses Freitags ist gemütliches Plaudern, und es wird auch nicht so spät werden, denn am Samstag beginnt der Tag sehr sehr früh.

Angefangen hat all das, als ich noch in der Schule war. Meine damals besten Freunde und ich gründeten im August 1985 als Teil einer politischen Staatssimulation die sogenannte “Deutsch-Niederländische Medienstiftung (DNMS)”. Diese “Organisation” hatte die Aufgabe, für unseren Kreis eine wöchentliche Hitparade zu erstellen. Jeder von den Beteiligten gab einmal in der Woche, am Samstagmittag nämlich, seine persönlichen Top 10 ab, und einer von uns rechnete daraus die Wochenliste nach einem einfachen Punktesystem aus. Der Samstagnachmittag wurde genutzt, um die Wochenhitparade auszuspielen, und wer von den Beteiligten Lust hatte, der kam eben einfach dazu und hörte zu, erzählte etwas zu seiner Musik und genoss den Nachmittag. Am dritten Advent des Jahres 1985 fand dann die erste Jahreshitparade statt, und die 25 beliebtesten Plätze wurden ausgespielt. So lernten wir nicht nur die Musik der Anderen ganz gut kennen, wir hatten auch Zeit, uns wärhend der Musik darüber zu unterhalten, warum wir die Lieder gewählt hatten, was uns persönlich bewegte, und welchen Stellenwert die Musik in unserem Leben einnahm. So lernten wir einander besser kennen, und die wöchentlichen Veranstaltungen der DNMS wurden zum Treffpunkt unseres Freundeskreises. So sehr setzte sich das in unserem Leben fest, dass wir bis heute nicht damit aufgehört haben. Einige der Leute, die dabei waren, haben gewechselt, aber vor allem in den ersten Jahren. Danach blieb die Gruppe im wesentlichen konstant, und unsere Gemeinschaft wurde enger, weit über die Musik hinaus. Wir sind ein Freundeskreis, ganz egal, wie weit wir voneinander entfernt sind. Die Hitparade ist uns geblieben, auch wenn die Staatssimulation längst verschwunden ist. Und jedes Jahr am dritten Advent, oder manchmal auch am vierten, wie dieses Jahr zum Beispiel, spielen wir unsere Jahreshitparade aus. Waren es bei der ersten Jahresliste 1985 nur sechs Stunden, die mein Freund und ich brauchten, die Top 25 zu spielen, so brauchen wir heutzutage mit 8 Leuten ein ganzes Wochenende. Und zur Musik ist viel mehr hinzugekommen, denn wir berichten einander über unser Jahr, wir lassen es gemeinsam ausklingen und revue passieren.

Der Samstag wird für mich zwischen 5 und 6 Uhr beginnen. Denn dann werde ich mit meiner Liebsten zusammen Brötchen schmieren, damit wir ab 8 Uhr gemeinsam frühstücken können. Beim Frühstück stimmen wir uns auf das kommende Großereignis ein, und wenn alles funktioniert, sind wir guter Stimmung, wenn um 10 Uhr zunächst das Lied “Arrival” von ABBA, und dann die “Toccata” von Skyy erklingt. Damit beginnt jedes Jahr unsere Jahreshitparade, und wir spielen immer noch die Top 25 des Jahres. Früher haben wir das ganze mit Papier und Bleistift ausgerechnet, auch die Wochenhitparaden. Inzwischen haben wir natürlich ein extra dafür geschriebenes, aufwendiges Computerprogramm, das von einem unserer Mitglieder geschaffen wurde und ständig weiterentwickelt wird. Es verwaltet nicht nur die Platzierungen, sondern auch die Audiodateien, aus denen sich die Hitparade zusammensetzt. Dieses Programm ist eine absolute Meisterleistung, und wäre es nicht auf die Bedürfnisse genau unseres Kreises zugeschnitten, unser Freund könnte es als professionelle Software verkaufen. Neben der Software haben wir natürlich in diesen Zeiten eine Mailingliste, über die wir auch während des Jahres Kontakt halten, egal, ob sich Leute von uns in Portugal, Brasilien, Irland, Spanien oder Deutschland aufhalten. Und auf unserem FTP-Server kann jeder von uns die Lieder ablegen, die er oder sie in die Hitparade gewählt hat. Insofern sind wir modern geworden, trotzdem ist unsere Lust auf das Jahresfest, wie wir unsere Adventsveranstaltung nennen, nicht geringer geworden.

Den Tag über läuft die Musik, und zwischendrin erzählt jeder von uns sein oder ihr Jahr. Bis zum Abendessen wollen wir in der Regel bis zum Platz 11 der Hitparade vorgedrungen sein, und im Grunde sollte man drei von vier Quartalen des Jahres schon erzählt haben. Hin und wieder kommt es aber vor, dass ein Thema mehr Raum braucht, dass jemand ausführlicher und intensiver über etwas sprechen möchte. Natürlich ist dafür Zeit und Raum, denn wir sind ja vor allem eines: Sehr Enge Freunde, fast so etwas wie eine Familie. Wir kennen einander, und wir reden miteinander.

In den letzten Jahren ist es schon fast eine Tradition geworden, dass es als Hauptmahlzeit Reitersuppe gibt. Eine einfache, aber leckere Suppe mit Hack, Paprika, Zwiebeln, Pilzen, Ananas und solchen Dingen. Außerdem werden einige von uns wieder leckere Salate gemacht haben. Und vermutlich werden wir beim oder nach dem Essen ausgelassen lachen und singen, manchmal auch Weihnachtslieder. Und dann wird die Bowle angebrochen, die ich jedes Jahr nach einem Rezept meiner Mutter mache, die vor 7 Jahren verstarb, vorher aber 13 Jahre lang ebenfalls Mitglied dieses Kreises gewesen ist. Nicht nur, weil sie meine Mutter war, sondern weil meine Freunde und sie sich gegenseitig ins Herz geschlossen hatten. Zur Erinnerung an sie mache ich jedes Jahr ihre Pfirsichbowle, die sie auch immer zur Jahreshitparade machte, als sie noch daran teilnahm.

In den ersten Jahren waren wir meistens nur zu dritt oder zu viert, die wirklich bei der Jahresliste dabei waren. Listen abgegeben haben auch damals oft mehr Leute, aber zur Jahresendveranstaltung traf sich meist nur ein kleiner, verschworener Kreis. Darum brauchten wir auch nur einen Tag für das Jahresfest. Außerdem wurde noch nicht so viel erzählt wie heute. Die Vorbereitung allerdings war mindestens ebenso intensiv wie heutzutage. Damals aber vor allem deshalb, weil die Jahresliste mühsam von Hand ausgerechnet und mehrfach überprüft werden musste. Dafür haben wir uns am Anfang, als wir noch in der Schule waren, keine Sorgen ums Essen machen müssen. Das änderte sich, als alle von uns die Schule verlassen hatten. Wir stellten fest, dass wir mit der ganzen Vorbereitung, die damals noch neben der Hitparade am selben Tag lief, 2 Tage benötigten. So entwickelte sich das ganze zu einem gemeinsamen Wochenende, das oft bis spät in die Nacht zum Montag andauert. Inzwischen werden die Essensvorberreitungen Freitags gemacht und abgeschlossen, damit es an den beiden Haupttagen keine Hektik und kein Gewusel gibt.

Auch der Sonntag beginnt früh. Ich habe es in den letzten Jahren einmal erlebt, dass ich mit einem meiner Freunde Samstagsnachts die Bowle fast leer gemacht habe, und am nächsten Morgen fiel das Aufstehen schwer. Aber es hilft nichts: Die Top 10 wollen ja auch noch gespielt werden. Während der Samstagabend oft mit “Martins ganz einsame Weihnachten” von Dieter Krebs endet, beginnt der Sonntagmorgen oft mit “there’s a river” von Steve Winwood. Diese halben Traditionen hat irgendwer mal angefangen, ohne zu erwarten, dass alle anderen es in den nächsten Jahren ähnlich machen würden. Aber wenn uns etwas besonders gut gefallen hat, haben wir es übernommen, und manche Dinge sind so zu ganz eigenen Traditionen geworden. Und so vergeht der Sonntag, oft mit noch etwas weniger Musik als der Samstag, mit noch etwas ausführlicheren Erzählungen, weil einem oft die Zeit, die noch nicht so lange her ist, deutlicher im Gedächtnis geblieben ist. Für das leibliche Wohl ist gesorgt, denn es ist genug übriggeblieben am Vortag, wir sind noch nie in Nöte geraten in dieser Hinsicht.

Am Sonntagnachmittag kommt irgendwann der Moment, der in jeder, absolut jeder Jahreshitparade, bei absolut jedem Jahresfest gleich ist, ganz egal, wer von uns das Fest ausrichtet. Wenn der Platz 2 gespielt und der Schnelldurchlauf der Plätze 25 bis 2 noch einmal verlesen ist, ertönt ein Teil der Wassermusik von Georg Friedrich Händel, die Fanfare für unseren Jahressieger. Im Anschluss wird der Platz 1 der jahreshitparade gespielt. Und während dieses Liedes füllt einer von uns die Gläser und stellt sie auf dem Tisch bereit. Und wenn der Platz 1 verklungen ist, heben wir unsere Gläser mit einem leckeren Likör und stoßen auf das neue Jahr an, natürlich begleitet von ABBA’s “Happy new year”. Für uns, diese kleine, verschworene Gemeinschaft enger Freunde, ist das Jahr damit zuende. Natürlich gehen die Meisten von uns hin und feiern das Kalenderweihnachten und das Kalendersilvester, wie wir oft sagen, aber das eigentliche Jahresende ist an diesem Sonntagnachmittag, wo wir gemeinsam auf das neue Jahr anstoßen. Einige von uns, darunter auch ich, müssen aufpassen, wenn wir in den Tagen darauf in Gesprächen mit Anderen vom “letzten Jahr” sprechen und eigentlich das noch nicht ganz abgelaufene Jahr meinen. Und konsequenterweise kann man nach der Jahreshitparade Samstags wieder eine Wochenhitparade abgeben, zum Beispiel am zweiten Weihnachtstag. Aber selbstverständlich zählt der entsprechende Samstag für die Hitparade bereits zum Jahr 2010. Wenn wir also angestoßen haben, befinden wir uns in unserem persönlichen Jahr 2010. Manchmal führt das zu seltsamen Dingen. Im Jahre 2005 war eine von uns ein ganzes Jahr in Brasilien. Sie flot im Januar 2005 und kehrte im Januar 2006 zurück. Daher verschoben wir das Jahresfest und natürlich auch die Jahreshitparade 2005 auf mitte Februar 2006, damit unsere Freundin auch anwesend sein konnte. Aus diesem Grunde hat mein persönliches Jahr 2005 14, das Jahr 2006 aber nur 10 Monate. Diesmal aber geht alles glatt, nur 6 Tage werden wir dieses Jahr überziehen, weil wir uns ausnahmsweise am 4. statt am 3. Advent treffen.

Nachdem wir alle vermutlich vom Gesamteindruck des zurückliegenden Jahres gesprochen haben werden, und nachdem die Gedanken über die nähere Zukunft ausgetauscht sind, erklingt das Lied “Töne sind verklungen” von Peter Maffay. Es stammt aus dem zweiten Teil des Tabaluga-Mehrteilers: Tabaluga und das leuchtende Schweigen. Es beschreibt in wunderschönen Worten, dass eben nach einem Ende nicht alles vorbei ist. “Die Freunde sind gegangen, doch die Freundschaft lebt weiter”, singt er unter Anderem, und wir spielen es eigentlich immer als letztes Lied des sogenannten traditionellen Teils unserer Jahreshitparade. Mit der Toccata endet unser Jahresfest dann, wie es anderthalb Tage zuvor begonnen hat. Dass wir dann meistens noch zusammensitzen und essen und trinken ist klar, denn die Reste müssen ja noch vertilgt werden. Und oft wird auch noch zusammen aufgeräumt, wobei unsere Programmierrer dann oft schon wieder ihren Zug kriegen müssen, damit sie am nächsten morgen frisch und ausgeruht an ihrer Arbeitsstelle erscheinen können.

Nach einem Jahresfest fühle ich mich eigentlich immer gestärkt fürs nächste Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen. Und ich weiß, dass schon die Welt untergehen muss, zumindest die persönliche, um das nächste Jahresfest zu verhindern. Dieses Jahr ist es das 25., und das will schon etwas heißen. Ich kann nur jedem meiner Leser und jeder meiner Leserinnen wünschen, dass er oder sie, ja dass ihr alle in eurem Leben gute Freunde habt, auf die ihr euch verlassen könnt.

Ich wünsche auch euch allen ein ruhiges, friedliches und schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2010.

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